missgeschick

Das Gefühl

In Beziehung, Einsamkeit, Erfahrungen, bedingungslose Liebe on Juni 24, 2009 at 10:02

Man möchte meinen die Liebe lebe ihr Leben, manchmal mit uns. Möchte meinen, auch Glück sei voller Leichtigkeit, und vergesse einen mitunter. Doch etwas lässt ein nicht in Ruhe, ein Gefühl. Lässt einen denken statt zu schlafen. Macht einen schwer, wenn man sich ihm verstellt. Bringt einen nicht um.

Es lässt sich nicht leicht lieben, mit alle den Zweifeln, ob man zu lieben im Stande ist. Die Angst, die Einsamkeit, die Stille vermag einen umzubringen, doch tötet sie nicht. Sie schmerzt. Beinah göttlich. Göttlich kenne ich nicht. Genau wie die Liebe. Ich lebe in Ahnung. Was sie und was es sein mag. Alle erzählen davon. Ich dachte sie wüssten es. Dachte es bei jedem. Ein kleiner Irrtum eher. Ein Hirngespinst und noch mehr ein Bild. Durch das zu sehen ich pflegte ein Leben zu leben, in allen Farben. Kompromisslos, maßlos, süchtig nach Genuss, nach Liebe und das was alle göttlich nannten. Ein kleiner Irrtum halt. Es kam noch besser:

Ich gab nie auf. Und werd es wohl nie können. Dachte ich und spürte ich es. Und da war es wieder. Eben ein Gefühl. Und es hörte nicht auf, dieses Gefühl, mich von der einen Seite zurück zu mir gerissen zu sein und in völliger Ruhe erschöpft ganz urplötzlich von Neuem gestoßen zu werden, wieder fortgeschickt zu werden, auf die kurze Reise zum Nächsten. Was für eine lebendige Liebe. Man könnte meinen es poche in einem.

Pendelt irgendwer, dann sicher auch ich, im Herz hin und her. In der Freiheit, im Ganzen und mache darum viele halbe Sachen, aus lauter Angst nicht erkannt zu haben, dass es immer schon da war: Gefühl.

Liebes-Folgen

In Abenteuer, Beziehung, bedingungslose Liebe on Januar 9, 2009 at 9:39

Leben retten. Oder: Gendateien bringen noch gar nichts gegen VerbrechenDas Kinn auf die Keramik des Waschbeckens gelegt,
den Blick auf das Blut, wie es im lauwarmen Teich
über dem Stöpsel unter Wasser aus dem Zeigefinger flockt,
aus dem seine Liebe mir, als sein Verstand verzweifelte,
ein Stück hinausriss.
Gerade noch die Kotze seiner besten Freundin
aus dem Klo geschrubbt,
kniee ich, in einem tiefen Frieden am Waschbeckenrand aufgehangen.
Kein Gedanke interessiert sich noch dafür, wie wir uns in dieser Nacht das Bett teilen werden. ich werde mich hineinlegen, ohne Interesse, in Frieden. [
17.01.2005 11:47]

Paris

In Bedürfnisse, Beziehung, Einsamkeit, bedingungslose Liebe on Januar 9, 2009 at 9:38

Bleib unberührbar.Es ist Mittwoch. Es ist kurz vor acht Uhr morgens. Es ist eine kurze Geschichte: Du verlässt das Land. Nach Paris gehst Du jetzt. Du schaust zurück ins Schlafzimmer. Ich habe zu wenig Geld um Dir folgen zu können. Genug Verständnis, um Dich gehen zu lassen. Zu wenig Kompetenz, um Dich zu unterstützen, bei dem was Du vor hast. Zu wenig … um mich von Dir zu lösen. Könnte ich doch wieder einschlafen. Doch ich vermisse Dich bereits. Schon als du im Bad Deine Klamotten aus der Maschine ziehst, während mein Schädel noch im Kopfkissen liegt. ‘Aber ich bin doch noch da.” Im nächsten Moment schaue ich zu, wie Du den Armani glatt streichst. Dann höre ich das Zischen Deines Duftzerstäubers – Feigenduft. Noch einmal bist Du überall – im Bad, im Flur, im Schlafzimmer, doch überall rastlos. Im Vorbeigehen atme ich Dich ein, gieße uns Kaffee auf – türkische Art, wie fast jeden Tag. Ich weiß das Du ihn nicht anrühren wirst und trotzdem streue ich Dir Kakao in den Deinen und stelle beide Becher an die Bettkante. Du wirst für mich unberührbar sein, in Paris, der Stadt der … Du fragst mich, ob ich jemals große Liebe in Paris erfahren hätte. Ich denke nach und habe Lust zu lügen, antworte, aber sage die Wahrheit und Du sagst „Siehste. Also mach Dir keine Gedanken.“ Meine Fantasie will gerade nicht vertrauen. Will denken und phantasieren. Also mache ich mir Gedanken. Nenne Dich „karrieregeiler Wichser“ und stehe, mich unnütz fühlend, verschlafen im Flur. Sehe zu, wie Du die Wäsche in Deine Gepäcktasche legst. Sie ist noch nass. Ich liebe das an Dir. Und für Deine Körpertemperatur, fällt mir ein, liebe ich Dich noch viel mehr. Und weil Du so verliebt in mich bist. Bis zur Verzweiflung. Bis wir uns glaubten das wir uns lieben, haben wir uns sehr weh getan. Und jetzt musst Du gehen. Weil Du es so wolltest. Das Du Dich darüber freust, macht es mir nicht leichter, in Deinem Gesicht etwas zu finden, dass meinem Gefühl zu diesem Abschied ähnlich sieht. Ich fürchte noch die Einsamkeit, die solche Lücken füllt. Ich suche nach einer Idee, einem Bild von mir, wie ich die kommenden Stunden, die Tage statt mit Einsamkeit mit Glücklichsein füllen werde, während die Kälte des Flurs augenblicklich in meine Füße steigt. Fakt ist, es gibt nichts, das Dich gerade ersetzen könnte. Nicht einmal meine Müdigkeit hilft mir dabei. [26.01.2005 11:27]