Was die Liebe zerstört
Eifersucht zerstört die Liebe. Nicht bis auf ihre Grundfeste. So wie die Grundfeste der Erde vorstellbar selten wanken, wankt auch die Liebe – Hand auf’s Herz – nur sehr selten. Denn was wankt, ist das Gefühl, ist der Verstand oder sind wir, es in unserem Alltag, in dem wir wanken.
Liebe wankt nicht. Soll weder unheimlich noch religiös klingen. Liebe ist unbeeindruckt von allem, auch von Religionen. Andernfalls sprechen wir nicht von Liebe. Dann können wir besser von Egoismus sprechen.
Zerstört Alltag die Liebe? Gewalt zerstört Liebe. Oder die Sehnsucht nach Schönheit mag Liebe zerstören, weil man sich statt ihrer, der Schönheit zuwendet und verlernt zu lieben. Alltag kann der Liebe stark zusetzen, heißt es. Das ist insofern Quatsch, als hierbei etwas vergessen wird: die in uns wohnende Bequemlichkeit, der Liebe trotz Alltag einen Platz zu geben oder: die Liebe nicht mit Alltag zu verwechseln und zu erkennen, dass Liebe Liebe ist und Alltag nur Alltag.
Es ist die selbe Bequemlichkeit die uns entfernt von den meisten Dingen, von denen wir zu Beginn eines Lebens noch träumten. Das einzig schöne an Träumen ist, dass sie nie vergehen – im Gegensatz zum Gelebten, zu jedem gelebten Traum, der vergänglich wird, Erinnerung und dann oft schnell im Vergessen. Die Bequemlichkeit nicht Wert zu schätzen, sowohl den Alltag, der genauso seinen Sinn macht, wie auch die Liebe, die vielleicht oft in den Hintergrund gerät, während sich der Alltag im Vordergrund abspielt – doch wo ist Alltag möglich, wo das erfolgreiche Meistern unserer Aufgaben, die Bewerkstelligung der Aufgaben, wo uns Liebe nicht als Rückgrat den Kopf gerade hält?