Zachte Zeep

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Archiv für die Kategorie ‘Beziehung

Das Gefühl

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Man möchte meinen die Liebe lebe ihr Leben, manchmal mit uns. Möchte meinen, auch Glück sei voller Leichtigkeit, und vergesse einen mitunter. Doch etwas lässt ein nicht in Ruhe, ein Gefühl. Lässt einen denken statt zu schlafen. Macht einen schwer, wenn man sich ihm verstellt. Bringt einen nicht um.

Es lässt sich nicht leicht lieben, mit alle den Zweifeln, ob man zu lieben im Stande ist. Die Angst, die Einsamkeit, die Stille vermag einen umzubringen, doch tötet sie nicht. Sie schmerzt. Beinah göttlich. Göttlich kenne ich nicht. Genau wie die Liebe. Ich lebe in Ahnung. Was sie und was es sein mag. Alle erzählen davon. Ich dachte sie wüssten es. Dachte es bei jedem. Ein kleiner Irrtum eher. Ein Hirngespinst und noch mehr ein Bild. Durch das zu sehen ich pflegte ein Leben zu leben, in allen Farben. Kompromisslos, maßlos, süchtig nach Genuss, nach Liebe und das was alle göttlich nannten. Ein kleiner Irrtum halt. Es kam noch besser:

Ich gab nie auf. Und werd es wohl nie können. Dachte ich und spürte ich es. Und da war es wieder. Eben ein Gefühl. Und es hörte nicht auf, dieses Gefühl, mich von der einen Seite zurück zu mir gerissen zu sein und in völliger Ruhe erschöpft ganz urplötzlich von Neuem gestoßen zu werden, wieder fortgeschickt zu werden, auf die kurze Reise zum Nächsten. Was für eine lebendige Liebe. Man könnte meinen es poche in einem.

Pendelt irgendwer, dann sicher auch ich, im Herz hin und her. In der Freiheit, im Ganzen und mache darum viele halbe Sachen, aus lauter Angst nicht erkannt zu haben, dass es immer schon da war: Gefühl.

Geschrieben von missgeschick

Juni 24, 2009 um 10:02

Liebes-Folgen

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Leben retten. Oder: Gendateien bringen noch gar nichts gegen VerbrechenDas Kinn auf die Keramik des Waschbeckens gelegt,
den Blick auf das Blut, wie es im lauwarmen Teich
über dem Stöpsel unter Wasser aus dem Zeigefinger flockt,
aus dem seine Liebe mir, als sein Verstand verzweifelte,
ein Stück hinausriss.
Gerade noch die Kotze seiner besten Freundin
aus dem Klo geschrubbt,
kniee ich, in einem tiefen Frieden am Waschbeckenrand aufgehangen.
Kein Gedanke interessiert sich noch dafür, wie wir uns in dieser Nacht das Bett teilen werden. ich werde mich hineinlegen, ohne Interesse, in Frieden. [
17.01.2005 11:47]

Geschrieben von missgeschick

Januar 9, 2009 um 9:39

Paris

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Bleib unberührbar.Es ist Mittwoch. Es ist kurz vor acht Uhr morgens. Es ist eine kurze Geschichte: Du verlässt das Land. Nach Paris gehst Du jetzt. Du schaust zurück ins Schlafzimmer. Ich habe zu wenig Geld um Dir folgen zu können. Genug Verständnis, um Dich gehen zu lassen. Zu wenig Kompetenz, um Dich zu unterstützen, bei dem was Du vor hast. Zu wenig … um mich von Dir zu lösen. Könnte ich doch wieder einschlafen. Doch ich vermisse Dich bereits. Schon als du im Bad Deine Klamotten aus der Maschine ziehst, während mein Schädel noch im Kopfkissen liegt. ‘Aber ich bin doch noch da.“ Im nächsten Moment schaue ich zu, wie Du den Armani glatt streichst. Dann höre ich das Zischen Deines Duftzerstäubers – Feigenduft. Noch einmal bist Du überall – im Bad, im Flur, im Schlafzimmer, doch überall rastlos. Im Vorbeigehen atme ich Dich ein, gieße uns Kaffee auf – türkische Art, wie fast jeden Tag. Ich weiß das Du ihn nicht anrühren wirst und trotzdem streue ich Dir Kakao in den Deinen und stelle beide Becher an die Bettkante. Du wirst für mich unberührbar sein, in Paris, der Stadt der … Du fragst mich, ob ich jemals große Liebe in Paris erfahren hätte. Ich denke nach und habe Lust zu lügen, antworte, aber sage die Wahrheit und Du sagst „Siehste. Also mach Dir keine Gedanken.“ Meine Fantasie will gerade nicht vertrauen. Will denken und phantasieren. Also mache ich mir Gedanken. Nenne Dich „karrieregeiler Wichser“ und stehe, mich unnütz fühlend, verschlafen im Flur. Sehe zu, wie Du die Wäsche in Deine Gepäcktasche legst. Sie ist noch nass. Ich liebe das an Dir. Und für Deine Körpertemperatur, fällt mir ein, liebe ich Dich noch viel mehr. Und weil Du so verliebt in mich bist. Bis zur Verzweiflung. Bis wir uns glaubten das wir uns lieben, haben wir uns sehr weh getan. Und jetzt musst Du gehen. Weil Du es so wolltest. Das Du Dich darüber freust, macht es mir nicht leichter, in Deinem Gesicht etwas zu finden, dass meinem Gefühl zu diesem Abschied ähnlich sieht. Ich fürchte noch die Einsamkeit, die solche Lücken füllt. Ich suche nach einer Idee, einem Bild von mir, wie ich die kommenden Stunden, die Tage statt mit Einsamkeit mit Glücklichsein füllen werde, während die Kälte des Flurs augenblicklich in meine Füße steigt. Fakt ist, es gibt nichts, das Dich gerade ersetzen könnte. Nicht einmal meine Müdigkeit hilft mir dabei. [26.01.2005 11:27]

Geschrieben von missgeschick

Januar 9, 2009 um 9:38

Oralverkehr

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Durch den Mund trat die Welt auf sehr viel intimere Weise als durch Augen und Hände in mich ein. [S.d.Beauvior]Es bläst der Qualm aus dem Mund über die LCD-Anzeige des Laptops, verliert sich in der Strahlenflut. Wiederholungen, bis die Zigarette auf den Filter hinuntergeglüht ist.

Es ist Donnerstag. Eine Grauzone schiebt sich matt über Netzhaut und Stadt. Tango im Flur und der Magen brennt vom Instant-Kaffee. Das Bett ist abgekühlt, Du im Büro und die Hochschule der Wissenschaften durchfärbt mein Gewissen. Die leichte Aufgabe mich zu füttern, die Instandhaltung des Betriebssystems, den Hunger nach weiterem Leben zu stillen, scheitert geduldig, während die Finger eine Tanz-Silhouette auf der Tastatur probieren. Eine Hommage an die Druckempfindlichkeit Deiner Haut oder meiner Finger Bühne. Das Schreiben der Worte ist nichts als eine Probe, eine erinnerungswürdige Choreographie zwischen Rippenknochen und Wirbeln, zwischen Zehen und Lippen.

Ich täte mit der Zunge schreiben, fühlte ich nicht die Wahrheit in den Fingerspitzen.

Des ewig Wachen Augenbrand flüstert knisternd am Rande meiner Lider. Glück nistet in meinen Wimpern. Ein Wiedersehen mit der tapferen Welt die wir verloren haben. Seit drei Tagen befinden wir uns in ihr, gleich wo wir sind.

Wir können uns drehen und wenden ohne Verletzungen, denn die Gefahr ist nun kleiner als ihr All, durch das sie uns bewegt. Die Gefahr ist unsere Geschichte, ist die Dunkelheit, die von unseren Abenteuern durchbrochen wird. Wir ziehen hin und wir ziehen her, verzerren uns im Versuch dabei gleichzeitig überall und alles füreinander zu sein.

Ich weiß, dass man so einen Tag, solche Tage genießen muss, bevor er und sie in Augenblicke zerfällt, zerfallen, die sich niemals im Ganzen im gesponnenen Netz der Erinnerung niederschlagen. Niederschlag ist tropfenbildend und jeder Tropfen ist ausgerichtet zu suchen, nach einem Ereignis, in das er eintaucht, für immer.
Genuss ist nur ein kruzes Fragment, ein Teil einer Kette, auf deren Faden wir mit Nadeln Apfelkerne ziehen, um sie uns umzubinden – Apfelkernketten machen geduldig und mutig – man erinnere sich an die Wirkung der Bernsteinketten bei kleinen Kindern. Denn wenn wir unseren Frieden gefunden haben, wird um unsere Hälser ein Kraut wachsen, dass jetzt noch schläft, tief in jedem Kern, vor Feuchtigkeit geschützt.

Ich liebe uns. In jeder kurzen Geschichte.
[17.03.2005 11:50 ]

Geschrieben von missgeschick

Januar 9, 2009 um 9:21

Herz(fleisch) eines Boxers

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Das ich mich mit meinem Herz in einen Zwei-Fronten-Blitzkrieg stelle, Stellung beziehe, nackt dastehe. Here comes the sun again! Und die Fehler rieseln schreiend wie Eisflocken auf meine hitzige Haut. Tod im Leben! Ohne Illusionen wären wir nicht. Nein! Verdammt, nein!

Wenn ich die Augen öffne und auf den Monitor starre,
wenn ich mich im Innern morde
selbst das Steuer für zwei gebrauche und fahre
wenn ich den Strick spinne, um mich daran aufzuhängen
wenn ich Dir Freiheit gewähre und
Dich damit in die Ecke zwänge

you°ll only waiting for this moment to be free
blackbird, fly
into the light of a dark black night!

Dann gib mir Dein Herz, wenn Du es nur besitzt
dann gib mir das Herz, in das Du Illusionen schnitzt
dann gib es mir, wenn es Dich zu sehr schlägt
gib es mir
wenn es Dich zu sehr bewegt.

happy as can be.

Geschrieben von missgeschick

März 26, 2008 um 12:11