Zachte Zeep

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Archiv für die Kategorie ‘Dramen

Kulturlos

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Zerloddert erscheint mir mein Gewissen, das innere Treiben beobachtend, natürlich auch das äußere Geschehnis oder besser: die unzähligen, unzählbaren Geschehnisse. Zerloddert vom Kampf gegen die Kultur dort draußen, hier im Westen, in der westlichen Welt kämpfend, so kulturlos. Neugierig und darum inzwischen, nach alle den Kämpfen mit den westlichen Kulturen in mir und um mein Gewissen herum, erscheint inzwischen jeder Flügelschlag meines Geistes als Abnorm, doch kulturlos betrachtet ist es gar ferner der Norm, es ist ungenormt was ich da veranstalte und vor dessen Normierung ich mich fürchte und mein Gewissen, um endlich nicht mehr immer sich selbst verteidigen zu müssen, diese moralische Dame mit falschen Zähnen und dem guten Benehmen, sie will ruhen. Ein für alle mal. Beinahe habe ich schon Orientierung. Orientierungslose bin ich noch.

Geschrieben von missgeschick

Oktober 15, 2009 um 8:29

Oralverkehr

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Durch den Mund trat die Welt auf sehr viel intimere Weise als durch Augen und Hände in mich ein. [S.d.Beauvior]Es bläst der Qualm aus dem Mund über die LCD-Anzeige des Laptops, verliert sich in der Strahlenflut. Wiederholungen, bis die Zigarette auf den Filter hinuntergeglüht ist.

Es ist Donnerstag. Eine Grauzone schiebt sich matt über Netzhaut und Stadt. Tango im Flur und der Magen brennt vom Instant-Kaffee. Das Bett ist abgekühlt, Du im Büro und die Hochschule der Wissenschaften durchfärbt mein Gewissen. Die leichte Aufgabe mich zu füttern, die Instandhaltung des Betriebssystems, den Hunger nach weiterem Leben zu stillen, scheitert geduldig, während die Finger eine Tanz-Silhouette auf der Tastatur probieren. Eine Hommage an die Druckempfindlichkeit Deiner Haut oder meiner Finger Bühne. Das Schreiben der Worte ist nichts als eine Probe, eine erinnerungswürdige Choreographie zwischen Rippenknochen und Wirbeln, zwischen Zehen und Lippen.

Ich täte mit der Zunge schreiben, fühlte ich nicht die Wahrheit in den Fingerspitzen.

Des ewig Wachen Augenbrand flüstert knisternd am Rande meiner Lider. Glück nistet in meinen Wimpern. Ein Wiedersehen mit der tapferen Welt die wir verloren haben. Seit drei Tagen befinden wir uns in ihr, gleich wo wir sind.

Wir können uns drehen und wenden ohne Verletzungen, denn die Gefahr ist nun kleiner als ihr All, durch das sie uns bewegt. Die Gefahr ist unsere Geschichte, ist die Dunkelheit, die von unseren Abenteuern durchbrochen wird. Wir ziehen hin und wir ziehen her, verzerren uns im Versuch dabei gleichzeitig überall und alles füreinander zu sein.

Ich weiß, dass man so einen Tag, solche Tage genießen muss, bevor er und sie in Augenblicke zerfällt, zerfallen, die sich niemals im Ganzen im gesponnenen Netz der Erinnerung niederschlagen. Niederschlag ist tropfenbildend und jeder Tropfen ist ausgerichtet zu suchen, nach einem Ereignis, in das er eintaucht, für immer.
Genuss ist nur ein kruzes Fragment, ein Teil einer Kette, auf deren Faden wir mit Nadeln Apfelkerne ziehen, um sie uns umzubinden – Apfelkernketten machen geduldig und mutig – man erinnere sich an die Wirkung der Bernsteinketten bei kleinen Kindern. Denn wenn wir unseren Frieden gefunden haben, wird um unsere Hälser ein Kraut wachsen, dass jetzt noch schläft, tief in jedem Kern, vor Feuchtigkeit geschützt.

Ich liebe uns. In jeder kurzen Geschichte.
[17.03.2005 11:50 ]

Geschrieben von missgeschick

Januar 9, 2009 um 9:21

Untreue

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Einer der bekanntesten Slogans 456 wörter

Untreue ist eine schmerzvolle Erfahrung. Ich verstehe, seitdem ich sie selbst erleben durfte, nicht mehr, wieso sie uns so verletzen kann. D.h., ich habe mir natürlich ungezählte Gedanken gemacht, wieso ich selbst verletzt war, wie ich mich habe so verletzen lassen können und warum ich daraufhin am Ende sogar die Beziehung als für beendet empfand – und mich trennte, wenn auch irgendwie gezwungener Maßen. Wenn auch irgendwie trotz der größten Liebe meines Lebens. Verletzt war mein Stolz – nur frage ich mich bis heute noch, was das ist – Stolz. Ich habe das zum damaligen Zeitpunkt nicht ertragen können, den Menschen meiner Träume ohne mein Wissen mit anderen geteilt zu haben. So war das Verletztsein und der gekränkte Stolz nur das Ergebnis meiner Enttäuschung, das kein Mensch mir alleine gehöre. Das allein wollte ich: jemanden für mich alleine. Und diese verdammte Enttäuschung konnte nur geschehen, weil ich mir etwas anderes eingebildet hatte – eben das ein Mensch mir alleine gehöre. Und ich wollte den besten Menschen an meiner Seite. Einen der mich versteht, ganz gleich was ich tun würde. Dieser Mensch sollte mich lieben wie ich bin. Im Nachhinein finde ich es naiv an so etwas geglaubt zu haben – es mit jemandem aufnehmen zu wollen, der frei war, während ich zu keiner Freiheit bereit war und in Konventionen lebte. Schlimmer noch als diese Naivität fand ich, dass ich jemanden darum verurteilte, weil er Mensch war und sich die Freiheit nahm Mensch zu sein. Ich war unfähig und das weil mich eine ganze Gesellschaft auf diese Unfähigkeit hin geprägt hatte. Und da war ich dann: einmal im Leben glaubte ich an die große Liebe (und ich glaube noch heute daran und daran dass sie einem öfter widerfährt/ widerfahren kann). Zu diesem Zeitpunkt meiner persönlichen Entwicklung wollte ich die bedingungslose Liebe. Ausgerechnet an ihr scheiterte ich. Mit der Bedingung der unbedingten Treue. Weil ich um mich herum immer wieder sehe, wie eine nach der anderen, die Männer genauso, ihre Herzen und damit sich selbst verschenken, wie sie blindlings etwas von großer und von bedingungsloser Liebe faseln und ohne Umwege in des Messers Spitze laufen notiere ich es. Wir sind mitunter geblendet, nicht nur von äußerer Schönheit, sexueller Attraktivität – wir sind geblendet von der Sucht nach Bestätigung, der Angst vor Einsamkeit, von der Chemie die uns steuert, vom Spiel und von Machtgefühlen. Aber alles das führt nicht direkt in das Glück, welches ich heute das meine nenne, das eigene, es führt zur kurzfristigen Befriedigung und sobald sich die einstellt, in die gleiche Einsamkeit, die selbe Angst …

FAST FOOD

Wenn es im Bett nicht mehr geht

mit 2 Kommentaren

Einer der bekanntesten Slogans 335 wörter

Ja wenn es im Bett nicht geht, dann geht es immer noch anderswo. Was Sie jetzt denken ist leider einfältig. Fremdgehen ist eine Lösung. Eine Lösung um kurzfristige emotionale Zustände in bessere emotionale Zustände zu verwandeln. Das stimmt. Und wer einmal die Erfahrung gemacht hat, dass Zustände, vor allem emotionale sich verbessern lassen, läuft Gefahr nach Verbesserung süchtig zu werden. Es heißt, Menschen besäßen ein hohes Suchtpotential.

Fremdgehen ist glücklicherweise nicht das Ende einer Beziehung – es ist jedoch auch nicht der Anfang einer neuen Beziehung. Manchmal. Erstmal ist es ein großes emotionales Chaos das heraufzieht. Das Chaos besteht darin, die bekannten Konventionen der bestehenden Beziehung aus dem Kopf und dem Gewissen zu kämmen. Und es ist weniger die Frage ob das geht. Die Frage ist immer die selbe: Darf ich das? Welchen Charakter wird man mir nachsagen und was eigentlich geschieht jetzt mit meinem bisherigen Partner bzw. meiner Partnerin? Was wird mit mir geschehen wenn alles auffliegt und was kann ich verlieren?

Um ehrlich zu sein, finde ich, dass es einem a) egal sein kann und b), wenn man Lust hat sich wirklich weiter zu entwickeln, dann muss man das was man unter Fremdgehen versteht, nicht fremd machen. Huch. Ja, nicht fremd. Das kann man vorher besprechen. Dann kommt das Chaos nicht auf. Nein? Das geht nicht? Das würde nie gut gehen? Warum eigentlich nicht?

Dann fragen Sie sich das nicht erst – dann sind Sie sowieso eher der konventionelle Menschentyp – voller unbefriedigter Bedürfnisse und ein recht dreckiges Gewissen oder mindestens schmutzige Gedanken. Aber warum nur? Angst macht Krebs. Ungestillte Bedürfnisse auch. Wer liebt, kann nicht ernsthaft wollen, dass sein Gegenüber nicht bekommt was er oder sie zum Glücklichsein braucht – mit Ausnahme derjenigen, die vor Liebe blind sind. Und erst recht ist es überflüssig jemanden zu verurteilen, der so frei ist seine Freiheit zu leben. Aber entscheiden Sie selbst und lassen Sie es mich wissen.

FAST FOOD

Geschrieben von missgeschick

August 16, 2007 um 5:07

Liebesdrama

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Einer der bekanntesten Slogans 163 wörter

Was Liebe für ein ist, das wird immer wieder gefragt. Nur ein ganz paar absolut ausgewählte Personen sind in das Geheimnis called Liebe eingeweiht. Der Rest schmachtet. Versucht zu begreifen warum Liebe so anstrengend ist und wechselt dann gerne den Partner. Schaut man sich die Zeitungsauslagen an, kann man sehen, dass wir an der Liebe extremen Mangel leiden. Überall wird sie analysiert, die Liebe. Beschrieben, erörtert, erzählen Experten was zu beachten ist und was zu beachten nicht von Bedeutung ist. Kurz: es gibt kein Rezept. Liebe ist eine Einstellung.

TIPP: Konzentrieren Sie sich einfach auf die großen Dramen. Nicht nur die der Theater und Lichtspielhäuser oder der Weltliteratur, eher auf Ihre eigenen. Denn das ist was wir wirklich lieben: Liebesdramen. Egal ob Hamlet oder Titanic – der Erfolg dieser Geschichten muss ein Zeichen sein – wir wollen Dramen (auch hier: der meistgelesenste Artikel!). Auch in unseren Beziehungen. Am wenigsten kommt man los von den übelsten Geschichten.

FAST FOOD

Geschrieben von LosAlamos

August 10, 2007 um 9:13

Veröffentlicht in Alltag, Dramen, Gesellschaft, Leben, Liebe