Zachte Zeep

porno für's herz 1.0

Archiv für die Kategorie ‘Ego

Partnerschaft empfangen

ohne Kommentare

Es ist etwas besonderes in einer Partnerschaft zu sein. In einer Partnerschaft. Partnerschaft ist ein großes Wort für etwas, von dem ich nur aus Selbsterfahrung weiß, was es bedeutet. Alle anderen Bedeutungen, die man der Partnerschaft zuschreibt, mögen genauso stimmen wie die Gedanken die ich selbst dazu fassen kann. Viele von ihnen sind Illusionen, Definitionen, Ideale. Wenigstens den Idealen kann ich mich nähern ohne größere Verletzungen zu riskieren. Anders als in Illusionen zu leben, lässt es sich mit Idealen sehr wohl leben. Schlimm genug ist es bereits, nach den Definitionen anderer zu leben. Der beste Weg ist es wohl, den eigenen zu gehen.

Die Partnerschaft die ich kennen lerne, unterscheidet sich stark von denen, die ich kannte, kennen lernen durfte. Die Partnerschaft die ich derzeit erlebe, unterscheidet sich von allem davor Gewesenen. Alles davor Gewesene hat mich darauf vorbereitet, die gegenwärtige zu verstehen, mich in ihr trotz aller Unzulänglichkeiten zurechtzufinden, mich (in ihr, der Partnerschaft zu begreifen) zu verstehen. Meine Bedürfnisse sind vielleicht keine neuen, keine anderen als die zuvor. Doch mein Blick scheint wie geschärft durch die vorhergegangene Erfahrung, durch die Auseinandersetzungen, durch Verletzungen an Gewandtheit gewonnen. Meine Bedürfnisse, Träume, meine Wünsche und auch meine Illusionen sind mir heute deutlicher als jemals zuvor. Das bietet mir einen ungeheuren Vorteil im Gegensatz zu früher, im Gegensatz zu den Auseinandersetzungen, in die ich ging, geschickt wurde, mich schicken ließ, mich auf solche einließ, denen ich nicht gewachsen war, nicht gewinnen konnte oder nur gewinnen wollte um Gewinner/In zu sein. Das ist vorbei. So wie die maßlose Blindheit, das übergroße Ego, dass meine Fähigkeiten überstieg, sich in jedem Konflikt mit stolzer Luft aufblähte so dass ich mich selbst, meine Fähigkeiten zu kämpfen, auch für die Wahrheit, zumindest meine eigene einzustehen, überschätzte, grundsätzlich – das alles ist, ich bin mir noch nicht in aller Gänze sicher, aber es scheint wie fortgeweht.

Ich habe bisher wenig begriffen von Verantwortung und begreife erst jetzt, wie wichtig, wie unabdingbar Eigenverantwortung für eine Beziehung zwischen zwei Menschen ist. Und ich begreife erst jetzt, wie einfach man darüber hinweg redet, als hätte man davon wirklich schon alles, und damit auch alles wichtige im Grunde verstanden – meistens hat man dann nichts verstanden. Ich verstehe erst jetzt, wie wichtig die Übung ist, man selbst zu sein, Verantwortung zu übernehmen und ich verstehe erst jetzt, wobei das zeitliche in dieser Entwicklung wenig Relevanz besitzt, da es relativ ist, aber ich verstehe erst jetzt, wie wenig selbst ich war und wie sehr der Wunsch in mir immer gelebt hat, selbst zu sein und wie sehr mich gerade die Menschen davon abhielten, genau das zu werden, die ich liebte, da ich sie liebte, nur um geliebt zu werden. Vielleicht kein Fehler aber doch ein Hindernis ernsthafte Liebe, ehrliche Liebe, reine Liebe zu erfahren, ach was schreibe ich?, zu empfangen.

Aus Einsamkeit ein Parasit

ohne Kommentare

Einer der bekanntesten Slogans 516 wörter

Einsam allein sein, zweisam einsam – wer gelebt und dabei geliebt hat, kennt Einsamkeit, kennt ihre Symptome, vielleicht ihre Ursachen. Einsamkeit überwindet man mit dem Verstand. Man überwindet sie nicht, indem man andere Menschen an sich bindet oder umgekehrt, sich selbst aufgibt.

Einsamkeit ist eine Empfindung, ein überdurchschnittliches Gefühl, stark, überwältigend immer dann besonders beobachtet, wo Menschen vergessen sich selbst zu erfüllen. Sowohl in der Wirtschaft wie auch in der Politik binden sich die Schwächeren an die Stärkeren, in der Natur spricht man von Wirt und Parasit. Ist man erst in die Rolle eines Parasiten geschlüpft und hat man seinen Wirt gefunden, lässt es sich aushalten, leben und dem Anschein nach lieben. Parasiten schmarotzen. Friedrich Schiller schrieb ein Lustspiel namens Der Parasit – die Kunst sein Glück zu machen. Ein Parasit befällt seinen Wirt auch zu Fortpflanzungszwecken. Man kann sich vorstellen, dass ein Parasit Einsamkeit oder das einfache Alleinsein sehr fürchtet. Wahrscheinlich ist ein Parasit extrem sensibilisiert auf beziehungstechnische Störungen, fühlt sich schnell ausgeschlossen und verlassen, im Stich gelassen. Einmal alleingelassen können Parasiten zu komplizierten Organismen heranwachsen. Ewig begleitet von Furcht vor der Einsamkeit.

Es gibt welche, die fühlen sich noch unter Menschen einsam. Einsamkeit schlägt sich nicht nur nieder in einem Gefühl, sie wirkt und kann strahlen wie ein Schmerz, doch nur bei denen, die ihr den natürlichen Platz in sich selbst nicht zuweisen, nicht wissen wohin mit ihr, die glauben, dass Leben geschehe insbesondere innerhalb einer Beziehung ohne jede Form der Einsamkeit. Und alles was dabei herauskommt ist Angst, ist Anspannung, dass das was wir glauben, nämlich sicher zu sein, von niemandem und nichts zerstört werden kann. Dabei gibt es keine Sicherheit. Dabei sind wir es selbst, die nicht funktionieren, weil wir das Gefühl, das eigene Gefühl und sei es das Gefühl der Einsamkeit, ausschließen möchten. Es sind die, die etwas besonderes sein wollen, besonders durch das Ausbleiben von Einsamkeit.

Besonders dann wenn wir uns nicht mögen, fühlen wir uns einsam. In der Wut sind wir einsam, in der Trauer umso mehr, mit unseren Gefühlen erst Recht. Und dann geht es los mit dem Rückzug, den Schuldzuweisungen, dem Unverständnis – man glaubt, immer wenn man einsam ist, verstünde einen niemand mehr und am liebsten denkt man mitunter, dass liege wohl am mangelnden Intellekt des sozialen Umfeldes.

Einsamkeit ist was ruft, wenn wir uns verloren haben. Einsamkeit ist nur ein Zeichen unserer selbst, uns nicht außer Acht zu lassen, nicht jemanden wichtiger werden zu lassen als uns selbst. Das ist Einsamkeit und es ist Verantwortung. Sie hält uns dann wach in der Nacht und raubt uns den Schlaf, damit wir weiter laufen, uns wiederfinden, sie nimmt uns die Beweglichkeit und schmerzt in den Gliedern, auf das wir uns selber nur endlich wieder fühlen und wahrnehmen. Einsam ist der, der sich selbst nicht liebt und sich seine Bedürfnisse nicht erfüllt – insbesondere das Bedürfnis selbst und damit erfüllt zu sein.

FAST FOOD

Geschrieben von LosAlamos

September 8, 2007 um 2:19

Was Glück kostet

mit einem Kommentar

Einer der bekanntesten Slogans 361 wörter

“Wer liebt, kann doch nicht wollen, dass sein Gegenüber nicht bekommt was es zum Glücklichsein braucht. Und erst recht ist es doch lächerlich, jemanden zu verurteilen, der sich seine Freiheit wünscht.“

Es ist für mich nicht verwunderlich, dass wir an uns denken, auch dort, wo wir meinen es nicht zu tun. Dieser Satz soll keine Verwirrung stiften – nur bin ich mir zunehmend sicher, dass niemand mich in meiner Jugendzeit auf die Motive meines Egos aufmerksam machte, mich dafür sensibilisierte, auch mich selbst und somit meine Handlungen und Entscheidungen (aufgrund der eigenen Motive) zu beobachten und am Ende auch verstehen zu lernen bzw. zu erkennen. Ich glaube schon daran, behaupten zu können, dass jeder auf seine Art nach Glück bzw. Glückseligkeit strebt, nach einem emotional ertragbaren, vielleicht auch – im wahrsten Sinne des Wortes – erträglichem Zustand strebt. Doch besteht für mich immer die Frage, ob wir im Einzelfall wissen, dass wir dieses Ziel verfolgen und zwar nahezu als von Etwas getriebene, sicher oft von Gefühlen getrieben, aus Sehnsucht nach innerem Frieden getrieben, fort getrieben vom Unglücklichsein über Irgendwas hin zur Glückseligkeit. Ich denke, dass uns Glück nicht kosten darf was es wolle. Aber dieses Ziel, Glück zu finden, verfolge ich zumindest, sehr häufig erschreckend unbewusst, dennoch erschreckend zielstrebig und oft auf Kosten anderer – indem ich Schuld und Verantwortung immer wieder auch in anderen suche. Ich will nicht heilig klingen, dass stünde vielleicht kaum einem Menschen zu – doch ein wenig mehr Bewusstsein für das was wir veranstalten, wünschte ich mir erschreckend häufig. Denn andernfalls besteht in meinen Augen – leider häufig nur in meinen Augen, nicht aber in meinem Bewusstsein – die Gefahr eines zu hohen Preises. Und am Ende ist, für den und diejenige, der und die ohne Bewusstsein reisen, von Unglück zu Glück, das nächste Unglück nicht fern und das erreichte Glück nur von kurzer Dauer.

Der Mensch der versteht, sein Glück auch selbst zu verantworten, zahlt keinen Preis. Der Mensch der nicht versteht, zahlt viel, für nur kurzfristiges Glück.

FAST FOOD

Geschrieben von missgeschick

August 26, 2007 um 9:59