Zachte Zeep

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Archiv für die Kategorie ‘Motivation

Nichts ist unmöglich

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Einer der bekanntesten Slogans 553 wörter

Ausdauernd versorgen wir uns mit Werbebotschaften, die uns suggerieren, unsere Gefühlswelten mit Hilfe diverser Produkte im Glück installieren zu können. Nichts ist unmöglich. Sich mit etwas zufrieden geben klingt, gestatten Sie mir meine Wahrnehmung schriftlich zu hinterlegen, dieser Tage wie als sei man „unfähig mehr zu konsumieren“, sprich „altmodisch“. Es ist offensichtlich salonfähig, unbedingt auch Gefühle zu konsumieren. Wenn der Mensch Flugzeuge herstellt, die auch noch fliegen können, dann kann er wohl auch Gefühle herstellen, die sich fühlen lassen, wird man irgendwo gedacht haben. Ganz oft haben es dann andere geglaubt, äh … glauben das immer noch. Menschen glauben was man ihnen nur lange genug erzählt.

„Weil ich es mir wert bin!“, mache ich Yoga, befolge Diäten, suche sexuelle Befriedigung durch Singlebörsen – immer aber mit einem Motiv – Verbesserung. Und eigentlich ist die Verbesserung eine gezielte, eine gewollte Veränderung, sonst nix. Wir handeln aus Motiven. Leider oft aus egoistischen Motiven. Das wir sie nicht selten kaum kennen, unsere Motive, ist irgendwie verheerender als das sie egoistisch sind, unsere Motive.

Das Gefühl das sich konsumieren lässt, soll besser sein als die vorhandenen. Warum auch nicht? Wenn wir können, dann wollen wir die Intensität unserer Gefühle schließlich steigern oder die Leere füllen, uns mal wieder wohlfühlen, irgendwo am Ende wollen wir zufrieden sein. Wir sind nicht zufrieden, wir wollen zufrieden sein. Menschen wollen etwas sein. Menschen sind ungern etwas. Schlimm wird es, wenn der Weg das Ziel sein soll. Das Leben sagt häufiger: Rette das Ziel und triff daneben. Dasein ist einfach besser als Ankommen. Aber was ist, halten wir offenbar nicht aus. Und was ist, das wissen wir meist weniger gut, als dass was sein wird, wenn eintritt was wir uns vorstellen.

Dabei ist Intensität immer vorhanden, ganz ohne ein neues Gefühl in uns immer gegenwärtig. Denn Intensität kommt nicht von außen, sie ist nicht extensiv, sie ist intensiv. Aber selbst wer das nicht glaubt, muss die Intensität in sich selbst nur erkennen. Die Intensität der Zustände die man abändern möchte und deshalb loszieht und einkauft was man kriegen kann. Diese kurzfristigen Scherze, die wir Glück nennen und anschließend in den Kleiderschrank hängen, bis die Motten das Glück zerfressen haben. (Selbstverständlich gibt es auch Intensitäten die von außen in uns eindringen.) Es scheint als flüchte man vor der Intensität des eigenen Daseins, der Intensität der inneren Einsamkeit, Leere, vor dem Gefühl der Gewohnheit, der Langeweile, mit der Sehnsucht nach Veränderung, dem Erlebnis. Man selbst will sich offensichtlich gar nicht mehr erleben. Man will lieber etwas neues. Merziger macht herziger.

Sich zufrieden geben mit etwas bedeutet auf griechisch agapao und ist ein anderes Wort für Liebe. Etwas bevorzugen. Ich liebe es. Was ist aber, wenn wir nicht uns, sondern etwas anderes bevorzugen? Etwas das wir gerade offenbar nicht sind. Das was besser ausschaut … sich besser anfühlt, jünger, vitaler … Im Grunde suchen wir stetig nach einem Gefühl des Wohlstandes, oder täusche ich mich? Nicht nur materiell, auch immateriell – die geistige Entwicklung sowie unser seelisches Gleichgewicht gehören zu diesen Zielen dazu. Ist das neu? Nein, mit Perwoll gewaschen.

FAST FOOD

Was Glück kostet

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Einer der bekanntesten Slogans 361 wörter

“Wer liebt, kann doch nicht wollen, dass sein Gegenüber nicht bekommt was es zum Glücklichsein braucht. Und erst recht ist es doch lächerlich, jemanden zu verurteilen, der sich seine Freiheit wünscht.“

Es ist für mich nicht verwunderlich, dass wir an uns denken, auch dort, wo wir meinen es nicht zu tun. Dieser Satz soll keine Verwirrung stiften – nur bin ich mir zunehmend sicher, dass niemand mich in meiner Jugendzeit auf die Motive meines Egos aufmerksam machte, mich dafür sensibilisierte, auch mich selbst und somit meine Handlungen und Entscheidungen (aufgrund der eigenen Motive) zu beobachten und am Ende auch verstehen zu lernen bzw. zu erkennen. Ich glaube schon daran, behaupten zu können, dass jeder auf seine Art nach Glück bzw. Glückseligkeit strebt, nach einem emotional ertragbaren, vielleicht auch – im wahrsten Sinne des Wortes – erträglichem Zustand strebt. Doch besteht für mich immer die Frage, ob wir im Einzelfall wissen, dass wir dieses Ziel verfolgen und zwar nahezu als von Etwas getriebene, sicher oft von Gefühlen getrieben, aus Sehnsucht nach innerem Frieden getrieben, fort getrieben vom Unglücklichsein über Irgendwas hin zur Glückseligkeit. Ich denke, dass uns Glück nicht kosten darf was es wolle. Aber dieses Ziel, Glück zu finden, verfolge ich zumindest, sehr häufig erschreckend unbewusst, dennoch erschreckend zielstrebig und oft auf Kosten anderer – indem ich Schuld und Verantwortung immer wieder auch in anderen suche. Ich will nicht heilig klingen, dass stünde vielleicht kaum einem Menschen zu – doch ein wenig mehr Bewusstsein für das was wir veranstalten, wünschte ich mir erschreckend häufig. Denn andernfalls besteht in meinen Augen – leider häufig nur in meinen Augen, nicht aber in meinem Bewusstsein – die Gefahr eines zu hohen Preises. Und am Ende ist, für den und diejenige, der und die ohne Bewusstsein reisen, von Unglück zu Glück, das nächste Unglück nicht fern und das erreichte Glück nur von kurzer Dauer.

Der Mensch der versteht, sein Glück auch selbst zu verantworten, zahlt keinen Preis. Der Mensch der nicht versteht, zahlt viel, für nur kurzfristiges Glück.

FAST FOOD

Geschrieben von missgeschick

August 26, 2007 um 9:59