Zachte Zeep

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Archiv für die Kategorie ‘Sexualität

Eine Phantasie

mit einem Kommentar

Einer der bekanntesten Slogans 465 Wörter

Mir ist nach Untreue. Das hat auch Gründe. Wenn es in der Beziehung weder nach vorn noch zurück geht, tritt dieser tödliche Stillstand ein, Atemnot. Ich fürchte mich davor. Es ist, als gammele einem der Kopf ab. Woody Allen erwähnte an einer Stelle seines Stadtneurotikers, dass Haifische wie die Liebe seien, würden sie stehen bleiben, krepierten sie elendich. Aus Atemnot.

Die Gedanken schweben wie glitzernde Tetrisbausteine, vage in der Ortlosigkeit meines Kopfes, nicht hin und her, eher aufsteigend, obgleich gerade erst vom Scheitel hinabgefallen. Ein Durcheinander, an manchen Tagen, in mir, in der Beziehung, wenn es weder nach vorn noch nach hinten geht. Alles steht. Bis auf zwei Ausnahmen bewegt sich nichts mehr: die Welt und die Phantasie.

Im Stillstand, da dreht sie sich um einen herum, die Welt, schnell wie das Wasser, dass im nächsten Moment durch den Abfluss die Kanalisation betritt, zwischen den Händen zerrinnt, und im Dunkeln verschwindet. Zurück bleibt eine leere Keramikwanne auf Füßen die laufen können und ich. Ich möchte mit, zurück ins Meer. Auch wenn das die Beziehung sein kann.

Das Dunkel, aus dem die Phantasie herausbricht, still, klammheimlich, höre ich phantastische Gedanken aus dem Scheitel herabtropfen. Der stete Tropfen höhlt den Stein. Denke ich. Ich denke nicht nach. Denn ich lasse die Gedanken passieren und folge ihnen nicht. Das allein muss sein. Muss wirklich mal sein. Das gesprochene Wort bringt mehr Chaos, Verwirrung.

Das einzige Licht, wenn nichts sich mehr bewegt, strahlt aus dem eigenen Gewissen heraus. Moral! Wie notwendig sie ist und darum so gewöhnlich erscheint.

Ganz sicher nicht um jemanden zu ärgern, ist mir nach Untreue, diesem vielbeschriebenen Wort zumute, dass mich in solch kalten Zeiten noch ein wenig erhitzt – durch das innere Zwiegespräch mit dem eigenen Gewissen: soll ich? Darf ich? Kann ich? Ich bräuchte ein wenig Intensität. Denkt, wer die letzte nicht mehr spürt. Intensität statt Gewohnheit. Ich bin der bekannten Ansichten müde. Das Alte überwiegt das Neue, manchmal. Ich möchte nur dem Alten untreu werden, nicht dem Neuen. Was ich kenne ist von Wert.

Der Anblick meines Partners erhitzt mich, verfolge ich die neuen Phantasien, vergleichsweise wenig. Aber vergleiche ich mich mit dem, was ich mir wünschte zu sein, verhält es sich nicht anders.

Ich kenne die Bewegungen meines Gegenübers, alle, die Gesichter, die langweilige Mimik, alles – zieh doch endlich einfach den Stöpsel und dreh Dich bis das Dunkel Dich verschlungen hat – ich würde Dir folgen! Nur noch Phantasie ermuntert mich beim Anblick des doch eigentlich schönen Körpers – das erscheint geradezu mühevoll, irgendwie subventioniert. Kann das? Darf das? Soll ich? Ich mache schön, was nicht mehr schön ist, augenblicklich, momentan, sagt mein Gewissen. Eine Momentaufnahme, wenn ich nachdenke.

Phantasien sind nichts anderes als unausgesprochene Entscheidungen. Gutwillige Krebsgeschwüre – es gibt sie nicht. Doch diese Untreue ist Phantasie. Sie gehört dazu.

FAST FOOD

Geschrieben von missgeschick

September 20, 2007 um 3:12

Nichts ist unmöglich

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Einer der bekanntesten Slogans 553 wörter

Ausdauernd versorgen wir uns mit Werbebotschaften, die uns suggerieren, unsere Gefühlswelten mit Hilfe diverser Produkte im Glück installieren zu können. Nichts ist unmöglich. Sich mit etwas zufrieden geben klingt, gestatten Sie mir meine Wahrnehmung schriftlich zu hinterlegen, dieser Tage wie als sei man „unfähig mehr zu konsumieren“, sprich „altmodisch“. Es ist offensichtlich salonfähig, unbedingt auch Gefühle zu konsumieren. Wenn der Mensch Flugzeuge herstellt, die auch noch fliegen können, dann kann er wohl auch Gefühle herstellen, die sich fühlen lassen, wird man irgendwo gedacht haben. Ganz oft haben es dann andere geglaubt, äh … glauben das immer noch. Menschen glauben was man ihnen nur lange genug erzählt.

„Weil ich es mir wert bin!“, mache ich Yoga, befolge Diäten, suche sexuelle Befriedigung durch Singlebörsen – immer aber mit einem Motiv – Verbesserung. Und eigentlich ist die Verbesserung eine gezielte, eine gewollte Veränderung, sonst nix. Wir handeln aus Motiven. Leider oft aus egoistischen Motiven. Das wir sie nicht selten kaum kennen, unsere Motive, ist irgendwie verheerender als das sie egoistisch sind, unsere Motive.

Das Gefühl das sich konsumieren lässt, soll besser sein als die vorhandenen. Warum auch nicht? Wenn wir können, dann wollen wir die Intensität unserer Gefühle schließlich steigern oder die Leere füllen, uns mal wieder wohlfühlen, irgendwo am Ende wollen wir zufrieden sein. Wir sind nicht zufrieden, wir wollen zufrieden sein. Menschen wollen etwas sein. Menschen sind ungern etwas. Schlimm wird es, wenn der Weg das Ziel sein soll. Das Leben sagt häufiger: Rette das Ziel und triff daneben. Dasein ist einfach besser als Ankommen. Aber was ist, halten wir offenbar nicht aus. Und was ist, das wissen wir meist weniger gut, als dass was sein wird, wenn eintritt was wir uns vorstellen.

Dabei ist Intensität immer vorhanden, ganz ohne ein neues Gefühl in uns immer gegenwärtig. Denn Intensität kommt nicht von außen, sie ist nicht extensiv, sie ist intensiv. Aber selbst wer das nicht glaubt, muss die Intensität in sich selbst nur erkennen. Die Intensität der Zustände die man abändern möchte und deshalb loszieht und einkauft was man kriegen kann. Diese kurzfristigen Scherze, die wir Glück nennen und anschließend in den Kleiderschrank hängen, bis die Motten das Glück zerfressen haben. (Selbstverständlich gibt es auch Intensitäten die von außen in uns eindringen.) Es scheint als flüchte man vor der Intensität des eigenen Daseins, der Intensität der inneren Einsamkeit, Leere, vor dem Gefühl der Gewohnheit, der Langeweile, mit der Sehnsucht nach Veränderung, dem Erlebnis. Man selbst will sich offensichtlich gar nicht mehr erleben. Man will lieber etwas neues. Merziger macht herziger.

Sich zufrieden geben mit etwas bedeutet auf griechisch agapao und ist ein anderes Wort für Liebe. Etwas bevorzugen. Ich liebe es. Was ist aber, wenn wir nicht uns, sondern etwas anderes bevorzugen? Etwas das wir gerade offenbar nicht sind. Das was besser ausschaut … sich besser anfühlt, jünger, vitaler … Im Grunde suchen wir stetig nach einem Gefühl des Wohlstandes, oder täusche ich mich? Nicht nur materiell, auch immateriell – die geistige Entwicklung sowie unser seelisches Gleichgewicht gehören zu diesen Zielen dazu. Ist das neu? Nein, mit Perwoll gewaschen.

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Wenn es im Bett nicht mehr geht

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Einer der bekanntesten Slogans 335 wörter

Ja wenn es im Bett nicht geht, dann geht es immer noch anderswo. Was Sie jetzt denken ist leider einfältig. Fremdgehen ist eine Lösung. Eine Lösung um kurzfristige emotionale Zustände in bessere emotionale Zustände zu verwandeln. Das stimmt. Und wer einmal die Erfahrung gemacht hat, dass Zustände, vor allem emotionale sich verbessern lassen, läuft Gefahr nach Verbesserung süchtig zu werden. Es heißt, Menschen besäßen ein hohes Suchtpotential.

Fremdgehen ist glücklicherweise nicht das Ende einer Beziehung – es ist jedoch auch nicht der Anfang einer neuen Beziehung. Manchmal. Erstmal ist es ein großes emotionales Chaos das heraufzieht. Das Chaos besteht darin, die bekannten Konventionen der bestehenden Beziehung aus dem Kopf und dem Gewissen zu kämmen. Und es ist weniger die Frage ob das geht. Die Frage ist immer die selbe: Darf ich das? Welchen Charakter wird man mir nachsagen und was eigentlich geschieht jetzt mit meinem bisherigen Partner bzw. meiner Partnerin? Was wird mit mir geschehen wenn alles auffliegt und was kann ich verlieren?

Um ehrlich zu sein, finde ich, dass es einem a) egal sein kann und b), wenn man Lust hat sich wirklich weiter zu entwickeln, dann muss man das was man unter Fremdgehen versteht, nicht fremd machen. Huch. Ja, nicht fremd. Das kann man vorher besprechen. Dann kommt das Chaos nicht auf. Nein? Das geht nicht? Das würde nie gut gehen? Warum eigentlich nicht?

Dann fragen Sie sich das nicht erst – dann sind Sie sowieso eher der konventionelle Menschentyp – voller unbefriedigter Bedürfnisse und ein recht dreckiges Gewissen oder mindestens schmutzige Gedanken. Aber warum nur? Angst macht Krebs. Ungestillte Bedürfnisse auch. Wer liebt, kann nicht ernsthaft wollen, dass sein Gegenüber nicht bekommt was er oder sie zum Glücklichsein braucht – mit Ausnahme derjenigen, die vor Liebe blind sind. Und erst recht ist es überflüssig jemanden zu verurteilen, der so frei ist seine Freiheit zu leben. Aber entscheiden Sie selbst und lassen Sie es mich wissen.

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Geschrieben von missgeschick

August 16, 2007 um 5:07

Verführung ins Abenteuer

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Einer der bekanntesten Slogans 200 wörter

Eine Verlockung ist einerseits der Ausdruck eines charismatischen Charakters und andererseits ein Angebot. Und zwar ein sehr persönliches. Man braucht es mit niemandem, außer mit dem Anbieter selbst, zu teilen. Das eigene Ego weiß darum und erkennt recht schnell die Möglichkeit daran zu wachsen oder den egoistischen Hunger nach Geliebt- und Wertsein zu stillen. Wer ein begeisterungsfähiges Ego besitzt, ist leichter zu verführen ein Abenteuer einzugehen. Eine Verlockung wird aber erst dann zum Abenteuer, wenn man es als solches deklariert und sich zum Abenteuer verführen lässt. Abenteuerreisen gibt es weltweit aber auch in jeder Lokalität alltäglich. Ohne die Abenteuerreisen der Portugiesen oder der Spanier hätte man Amerika nicht entdeckt. Eine Verlockung ist eine Möglichkeit seine Bedürfnisse zu stillen – nach etwas erfrischend Anderem, etwas Neuem, etwas das einem beweist noch zu leben, sich dem Leben zu stellen oder etwas Wert zu sein. Wer sich entscheidet seine Bedürfnisse zu stillen, sammelt Erfahrungen im Umgang mit der Freiheit – die nicht immer gut sind. Sie können geistig wie emotional verwirren. Aber das ist Leben. Das Abenteuer ist im Vergleich zum Alltag schnell ein Erlebnis, wenn auch ein risikoreiches.

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Geschrieben von LosAlamos

August 11, 2007 um 11:08

Partnerschaft

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Einer der bekanntesten Slogans 483 wörter

Irgendwas ist immer – in der Partnerschaft. Wenn es nicht die große Liebe ist, ist es eine wachsende, wenn nicht, ist das was uns fehlt, um Schritt für Schritt das Paradies doch noch zu erreichen, häufig Geduld. Ungeduld zerstört, auf alle Entwicklungen einer Partnerschaft, die sich immer erst mit der Zeit in ihren Qualitäten und gemeinsam erzeugten Stärken entfaltet. Aber wer gibt schon zu, dass er/sie ungeduldig ist oder war?

Eine Beziehung, jede Beziehung zwischen zwei Menschen entwickelt eine Geschwindigkeit und nimmt quasi Fahrt auf. Wichtig sind, das klingt wohl für viele schnell müßig, die gemeinsamen Ziele. In vielen Partnerschaften werden diese gar nicht erst definiert – man redet stattdessen oft von Freiheit die man dem anderen gewähren möchte. Dabei hat das nichts mit Freiheit sondern mit Beziehungskultur zu tun. Und von Freiheit verstehen gerade die, die es behaupten, in der Regel gar nichts.

Es gibt eine Unmenge Menschen, die über eine Zwei-Jahres-Beziehung nie hinauskommen. Sie sehnen sich irgendwann immer zurück in die Einfachheit oder das neue Abenteuer, sobald das Schöne und attraktive des Fremden verblasst. Das sich das Spiel so lange wiederholen wird, bis wir lernen, die Dinge weiter zu bringen, betrachtet man gerne als vollkommen irrelevant. Sie ertragen das Gegenüber und alle seine Schwächen nicht, die sich im Laufe der Zeit wie von selbst demaskieren und scheinbar vor einem auftürmen bis es abstoßend wirkt. Man lässt sich ja sicher auch selber gehen. Nicht immer zum Vorteil des anderen oder der Beziehung.

Eine Beziehung entwickelt das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit legen und lässt das verenden, worum wir uns nicht kümmern. Logisch, nicht wahr? Ich muss doch nicht etwa Beispiele bringen? Das kennt jeder. Außerdem ist man schnell blindsichtig, um genauso einen Blick für die Verlässlichkeiten aber auch die Bedürfnisse des Gegenübers zu entwickeln, die es ausmachen und es charakterisieren und man genau diese in der nächsten Beziehung besonders vermisst. Wenn wir aber, mal Hand aufs Herz, sowieso eine Beziehung nur aus sexuellen Motiven, aus Prestigegründen, aus Angst vor Einsamkeit oder ähnlich egoistischen Motiven gewählt haben, sollten wir uns nicht wundern, dass wenn die Befriedigung sich nach einiger Zeit durch die Gewohnheit und Routine einstellt, die Einsamkeit wieder auftaucht und danach nichts mehr da ist was uns am anderen fasziniert, die Beziehung zerbricht, sind zumindest Schuldzuweisungen ein Zeugnis mangelnder Reife und verletzten Stolzes.

Eine Beziehung, wir vergessen das ja gerne, besteht mindestens aus zwei Menschen. Selbst wenn einer zu dumm war die Liebe des anderen zu erkennen, ist da noch dessen Gegenüber, welches sich Tag für Tag dazu bereit erklärt hat, diese Beziehung ebenso weiter zu führen, obgleich in jedem Moment die Möglichkeit bestand, sich zu trennen und wieder frei zu sein.

Sind wir denn nicht so frei?

FAST FOOD

Geschrieben von LosAlamos

August 10, 2007 um 9:31