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Einsamkeit II

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Auf Einsamkeit reagiert der Mensch in der Regel mit Gesellschaft. Und auf Gesellschaft entsteht das Bedürfnis nach Einsamkeit. Dennoch gibt es Menschen, die fürchten sich vor dem Einsamsein. Dem plötzlich aus dem Selbst auftauchenden Gefühl tiefer Unerfülltheit, die man vielleicht nicht zu erfüllen weiß. Aus Angst vor Einsamkeit hüpfen drei Viertel der Menschheit in Beziehungsverhältnisse, die so oft nichts mehr sind als zweisame Zustände und mit Liebe sehr wenig zu tun haben, denn mehr mit Illusionen, Wunschgedanken. Das übrige Viertel hüpft in die Kiste und bleibt dabei einsam verpartnerschaftlicht in Zweisamkeit.

Einsamkeit verursacht vielen Angst. Angst sich selbst zu begegnen. Angst davor einsam mit sich selbst zu sein. Deshalb drehen wir das Radio an, wenn wir nach Hause kommen, telefonieren Stunden, nur um die Stille nicht ertragen zu müssen, in der das eigene Ich plötzlich eine Stimme erhält. Wer seine eigenen Bedürfnisse von anderen in einer Beziehung wünscht erfüllt zu bekommen – der wird irgendwann einsam sein, sicher. Weil kein Partner das erfüllen kann wonach wir uns sehnen, wenn Einsamkeit aufkommt. Früher oder später zerbricht jede Beziehung an dieser Unfähigkeit eines Menschen, sich selbst erfüllen zu können. Man kann das überall sehr gut beobachten. Der Zerfall einer Beziehung kündigt sich langsam doch fortwährend an. Meistens gibt es ein Ende mit Verletzten. Weil die Beteiligten voneinander nicht bekommen was sie sich wünschen – Liebe. Jene Liebe zu sich selbst. Jene Liebe, die diese Einsamkeit aufhebt und einen bereit sein lässt, bedingungslos zu lieben, ohne Erwartungen etwas dafür zu erhalten.

Und niemand der zu einem rückt, der einem den Schwanz reindrückt oder man ihr oder ihm, füllt damit das Loch der eigenen Leere oder besser: die Leere durch Einsamkeit. Die bleibt. Wie soll man sich selbst auch erfüllen durch einen anderen? Wie kann ein Mensch mir geben, was er selber braucht?

Einsamkeit ist nicht das Loch, dass wir uns einbilden füllen zu müssen. Auch nicht mit der Liebe eines anderen. Wie könnte auch jemand ein Loch weglieben. Einsamkeit ist was wir selber sind und das verlangt nach uns – es ist das Gefühl für uns selbst. Oft, desto einsamer wir uns fühlen, desto mehr leben wir bereits für andere und missachten die eigenen Bedürfnisse. Dabei hat man für andere noch mehr über, wenn man sich selbst nicht mehr leer fühlt sondern seine eigenen Bedürfnisse befriedigen kann.

Geschrieben von missgeschick

Februar 22, 2008 um 4:11

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